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Guerilla Gardening im Pott

Guerilla Gardening Workshop in Wolfsburg – Eine Nachbetrachtung April 4, 2012

Filed under: Ergebnis,Guerilla Gardening — gartenstadt2punkt0 @ 9:11 pm
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Ich hab es ja schon im letzten Artikel angekündigt, ich mach jetzt einen auf Dozenten und veranstalte Workshops zum Thema „Guerilla Gardening – Do It Yourself“! Der erste Workshop dieser Reihe fand am vergangenen Samstag (31.03.2012) in Wolfsburg statt. Ausrichter war ich natürlich nicht selbst, sondern die City Gallery – eine kleine Kunstgalerie, die an den Kunstverein Wolfsburg angeschlossen ist. Offiziell los ging es um 11 Uhr, ich war aber schon etwas eher dort, um mit den beiden Galeristinnen Blumen zu kaufen und für den Vortrag aufzubauen. Zu meiner eigenen Überraschung hat eine Blumenverkäuferin auf dem Markt sich von unserer Idee so anstecken lassen, dass sie uns für einen wirklichen fairen Preis 20 Stiefmütterchen und 6 Bellies überlassen hat!

Um 11.05 Uhr ging es dann auch wirklich los, und siehe da, es sind tatsächlich interessierte Wolfsburger gekommen inklusive der lokalen Presse. Den Auftakt habe ich mit einem kleinen Vortrag zu den Grundzügen des Guerilla Gardenings gemacht, im Anschluss sind wir noch eine Diskussion eingestiegen, die in großen Teilen die Wolfsburger Situation behandelte. Die Wolfsburger Nachrichten hat die Aussage aus dieser Diskussion unter der Headline „Illegales Gärtnern in Wolfsburg bisher ohne Reiz“ zusammengefasst und einen wirklich lesenswerten Artikel dazu geschrieben.

Nach ca. 1 h war ich nicht nur mit meinem theoretischen Stoff durch, das Wetter war uns zudem – im wahrsten Sinne des Wortes – wohlgesonnen und wir haben die Gelegenheit für einen Ausflug ins Beet genutzt. Ziel des Digs war eine Baumscheibe schräg gegenüber der City Gallery in der Fussgängerzone Wolfsburgs, an der sich insbesondere die Eigenarten beim Bepflanzen von diesem Guerilla-Gardening-Aktionsraum aufzeigen ließen. Zusammengefasst ging es hierbei um den schonenden Umgang mit den Baumwurzeln, das Tragen von Handschuhen gegen Glasscherben und ähnlichem sowie dem erhöhten Wasserbedarf durch den „Konkurrenten“ Baum. Mit tatkräftiger Unterstützung der Neu-Guerilla-Gärtner konnten wir die Blumen im Handumdrehen in die Erde bringen und mit reichlich Wasser angießen. In den vielleicht 15 Minuten, die wir tatsächlich vor Ort waren, wurden wir laufend von Passanten angesprochen und unser Tuen mit warmen Worten bedacht. Es war eine wirkliche tolle Aktion, vielen Dank Wolfsburg!

In der Nachbereitung dieser Aktion bin ich über einen weiteren Artikel aus der anderen Wolfsburger Zeitung, der WAZ, gestolpert, die sich in dem Artikel „Oft illegal, aber beliebt: Guerilla Gardening“ mit dem Workshop auseinandersetzt, ebenfalls lesenswert! Aber die allermeiste Freude hat mir ein Gast des Workshops bereitet, der im Anschluss zu mir gesagt hat:

also bei mir hat das auf jeden fall einen keim gelegt…

AWESOME!

PS: Der zweite Workshop wird am 7. März 2013 in Dortmund stattfinden… Weitere Infos folgen 😉 Kein Scherz!

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SWR2 Wissen: Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel Oktober 25, 2011

Haa, da hab ich versprochen endlich Ruhe zu geben, und dann zaubere ich noch ein Ass aus dem Ärmel und dass es wirklich ein Ass ist, was ich euch hier präsentiere, dafür habe ich mich selber eingebracht:

Am 3. November um 8.30 Uhr wird bei SWR2-Wissen der Beitrag „Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel“ von Lutz Neitzert gesendet, für den ich auch interviewt wurde. Wer jetzt sagt „is zu früh, is zu spät, nich meine Wellenlänge, nich mein Sender, watt weiß ich“, dem sach ich ma, den gibt’s danach auch bestimmt online und den Link kriegste hier, waa!!! Jetzt aber erstmal die offiziellen Infos:

Donnerstag, 3. November, 8.30 Uhr
Guerilla Gardening
Samenbomben im Asphaltdschungel
Von Lutz Neitzert

Sie pflanzen nachts Kopfsalat auf Verkehrsinseln an oder säen heimlich Sonnenblumen am Bahnsteig: “Guerillagärtner” und “Gartenpiraten”. Bewaffnet mit Harken und Samenbomben machen sie sich auf, unsere Betonwüsten zum Blühen zu bringen. Aus den Flowerpower-Anfängen in den 70erJahren ist heute eine vielschichtige Bewegung geworden. Umweltaktivisten und Globalisierungsgegner setzen ebenso blühende Zeichen des Protests wie Straßenkünstler, die mit Moosgraffiti graue Häuserwände verzieren. Aber auch harmlose Gartenfreunde erobern sich ihren Raum: Auf versteckten Brachen zwischen Mietskasernen bauen sie eigene Kartoffeln und Tomaten an. Inmitten der Großstädte ist eine Subkultur entstanden, die augenzwinkernd Blumen sprechen lässt.

So, für weitere Infos schaut bitte beim WDR2-Wissen oder direkt bei Lutz Neitzert auf den Websites vorbei!

 

Mit Spaten, Pflanzen und Visionen! Ein Buch über Guerilla Gardening… Juli 11, 2011

Heute möchte ich euch eine kleine Geschichte von mir, Guerilla Gardening und einem Buch erzählen:

Alles hat letztes Jahr im Sommer angefangen. Ich stand zu der Zeit kurz vor dem Ende meines Studiums. Einzig und allein die Diplomarbeit trennte mich von meinem Abschluss. Ich habe Raumplanung studiert und mich innerhalb des Studiums viel mit der Wiedernutzung von Brachflächen beschäftigt. Insbesondere die Nutzung als Flächen für Kulturveranstaltungen fand ich besonders spannend und wollte auch hierüber meine Abschlussarbeit schreiben. Bei der Recherche bin ich nebenbei auch über Guerilla Gardening gestolpert und habe es so für mich entdeckt. Kleiner Zeitsprung…

Sechs Wochen und zwei Exposes später wusste ich, dass ich nicht über mein gewähltes Diplomarbeitsthema schreiben kann. Die Zeit drängte, zwei Wochen verblieben noch bis zur fristgerechten Anmeldung der Diplomarbeit. Kultur… Brachflächen… Wiedernutzung toter Räume… GUERILLA GARDENING! Guerilla Gardening war die Lösung, nicht nur als Nutzung von Brachflächen, sondern auch für meine Diplomarbeit. Selber erst seit kurzem begeistert von dieser Bewegung stürzte ich mich voller Elan und Wissensdurst auf das Thema und die Bewegung, fing in diesem Zuge an diesen Blog zu schreiben, bin nach Berlin gereist und habe sogar mit Richard Reynolds telefoniert. Sechs Monate, in denen ich nicht nur selber als Guerilla-Gärtner unterwegs war, sondern auch sechs Monate in denen ich mit anderen Gärtnern, mit Behörden, Polizisten und einem Richter gesprochen habe!  Und vor allem sechs Monate in denen ich viel geschrieben habe. Am Ende war alles gut, die Arbeit rechtzeitig fertig und eingereicht, meine Prüfer überaus zufrieden und ich hatte einiges an Erfahrungen und Erkenntnisse hinzugewonnen. Das ist nun keine drei Monate her. Aber ich habe nicht aufgehört zu Gärtnern und auch nicht an diesem Thema zu Arbeiten. Dafür ist es einfach viel zu spannend! Die Arbeit wurde darüber hinaus in diesem Monat als Buch veröffentlicht und ist somit jetzt jedem zugänglich:

Mit Spaten, Pflanzen und Visionen

Das Buch ist erhältlich im Bookshop von Der Andere Verlag sowie bei Amazon und im Buchhandel bei euch um die Ecke!

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Klappentext:

Guerilla Gardening ist das Gärtnern auf Flächen im öffentlichen Raum, die den Guerilla-Gärtnern nicht gehören. Guerilla-Gärtner versuchen – bewaffnet mit Spaten, Pflanzen und Visionen – ihren Lebensraum zu verschönern und sich einen eigenen Garten anzulegen. Für dieses Ziel übertreten sie bewusst Grenzen und Gesetze. Dennoch erscheint Guerilla Gardening als eine geeignete und funktionierende Nutzung von Brachflächen.

Ob Guerilla Gardening dies auch tatsächlich ist, vor allem vor dem Hintergrund des vorliegenden Konfliktpotenzials, soll innerhalb dieses Buches untersucht werden. Es stellen sich hierbei die zentralen Fragen:

• Ist Guerilla Gardening als Nutzung von Brachflächen geeignet?

• Wie lässt sich Guerilla Gardening trotz des Konfliktpotenzials planerisch vorbereiten?

 

Vertikaler Garten in Dortmund März 25, 2011

Jetzt mal wieder etwas praktisches! Nach dem ganzen Trubel um das Beet in Ennepetal bin ich nun in Dortmund wieder in einem mir bekannten Gebiet unterwegs gewesen. Eine Freundin bat mich um Unterstützung bei der Begrünung einer Verkehrsinsel in der Nähe ihrer Wohnung. Hierbei handelt es sich um eine breite Mittelinsel, die über der U-Bahn an der Weißenburger Straße verläuft. In der Mitte steht ein (recht funktionsloser) Zaun. Diesen Zaun galt es zu begrünen. Hierfür haben wir drei verschiedene Kletterpflanzen besorgt: Clematis, Wilder Wein und Lonicera. Zu viert haben wir die zu bepflanzenden Stellen am Zaun zuerst von Müll und Unkraut befreit und anschließend Löcher für die Kletterpflanzen ausgehoben. Blume aus dem Topf, Wurzeln etwas lösen, Blume in das Loch, Erde drauf, andrücken, etwas Wasser, fertig, das war’s! Damit die neuen Pflanzen nicht bei der nächsten Pflege-Aktion der Stadt entfernt werden, haben wir sie mit Osterglocken eingegrenzt! Eine halbe Stunde später war alles geschafft, waren wir zufrieden und ich erwarte keine Konflikte für die Zukunft… 😉 Wollen wir nur hoffen, dass der vertikale Garten jetzt auch wächst!

 

Dortmunder GASTBEITRAG in Dortmunder Mundart März 21, 2011

Dieser Beitrag wurde mir heute von zwei spontan dem Guerilla Gardening verfallenen Freunden zugesendet. Viel Spaß beim Lesen dieses Beitrags in Dortmunder Mundart 🙂

TU MA BUTTER BEI DE FISCHE UND DAT KRAUT BEIM BAUM!

Weiße? Da tuße ma nache Apotheke bei gehen, weilße voll die Pine inn Hals haß. Wat passiert? Muße bezahln den Dreck, obwohlße nix dafür kannst, daße krank biß. Also schön dat Pottmannne gezückt und die Pillendreher grad mitte Euronen entlohnt, da kommts: Da kriegße son Porree oder so anderet Hasenfutter inne Hand gedrückt. Wat soll ichn mit son Grünzeuch. Wenn ich dat bei mir inne Bude stelle, geht dat nach ne Woche oder so eh ein. Die soll leben, Kerlokiste!
So wat machße jetzt? Jetzt ist Gehirnschmalz gefragt. Oha, da war doch diese Bewegung, von der dir der Typ von Hinter-Herne-West erzählt hat. Dieset Gorilla-Gärtnern. Jo, die stecken anne unmöglichste Stellen Blumen inne Erde rein, obwohl den dat gar nich gehört! Dat is ja verrückt! Warum du nich auch, newonnich? Supa Idee, Ker! Also schön dat nächste Fleckchen Grün gesucht und direkt am Dottmunda-U fündich geworden, woße früher lecker Pilßken gebraut haben. Ma schön mitte Malocher-Pranken n Loch am Fuß von son kleinen Bäumßken ausgehoben und dat Pflänzken reingesteckt. Gut, dat ich noch Pulle Klaren dabei hatte, nich datt dat Dingen noch Brand bekommt! Jo, da steckt dat Dingen nu inne Erde und ich bin glücklich und hoffentlich gefällt et jemanden vonne Streuner, die da immer am vorbeispazieren sind. Ich mach schnell nochde Biege, nicht datte Bullen mich noch wegenn Vandalieren in Gewahrsam nehm. Wenn der Schutzmann ums Eck Kopp, wie die Fischköppe imma am Singen sind… Weiße Bescheid!

Glück auf! Leg dich wieda hin!

Ich bedanke mich sehr herzlich bei dem Autor und der Gärtnerin für diesen Beitrag, im Sinne unserer Umwelt und auch im Sinne dieses Blogs! Ich würde mich freuen zukünftig mehr Beiträge von anderen Guerilla Gärtnern aus dem Ruhrgebiet zu veröffentlichen. Wer daran Interesse hat: Email mit Beschreibung und Bildern an gartenstadt2punkt0@web.de

CHEERS 😉

 

Ergebnis Dig Busbahnhof Ennepetal März 16, 2011

Filed under: Ergebnis — gartenstadt2punkt0 @ 1:59 pm
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Gestern Abend war es soweit, wie angekündigt wurde gestern der Busbahnhof in Ennepetal geentert. Vielmehr wurden die vorhandenen Beete dort begärtnert. Die Ausgangssituation waren zwei großzügig angelegte Hochbeete, einst gestaltet mit verschiedenen Sträuchern und einzelnen Bäumen und schönen Findlingen. Während insbesondere der Kirschlorbeerbestand dem kleineren der beiden Beete eine immergrüne Gestalt verleiht, glänzt das größere mit blanker Erde. Und wo immer ein Guerilla Gärtner blanke Erde findet, eröffnen sich ihm in diesem Möglichkeitsraum unzählige Möglichkeiten. So erging es auch uns vieren gestern.

Wir haben für diesen Dig bereits im Vorfeld Osterglocken und Primeln besorgt. Um allerdings diesmal ein dauerhaftes Ergebnis zu erhalten und auch im Sommer durch Blütenexplosionen die Blicke der wartenden Busfahrer und -fahrgäste auf die Beete zu ziehen, gab es zwei Samendosen mit Magareten- und Sonnenblumensamen… Ist ja auch gerade die Zeit (eigentlich sollte ich mal was mit Samenbomben machen)! Um die große Fläche ausreichend zu bepflanzen, haben wir die Blumen in mehreren Gruppe als Highlights zwischen die Bäume und Steine gesetzt, so dass sich aus jeder Perspektive bunte Spots ergeben. Wasserspenden für unsere Blumen gab es von einer anliegenden Kneipe und einer Pizzeria. Im Anschluss haben wir das ganze Beet einmal aufgeharkt, Blumensamen gestreut und geschmissen, untergeharkt und angegossen! Das Ergebnis sollte ab Juni/Juli zu sehen sein!

Der Busbahnhof ist auch gegen Abend noch sehr belebt. Trotzdem uns viele beobachtet haben wurden wir aber nur ein Mal angesprochen und vor der Polizei gewarnt. Diese ist allerdings nicht erschienen. Die junge Frau konnten wir leider nicht zum mitgärtnern überreden, haben ihr aber für ihren weiteren Weg an diesem Abend einige Blumensamen mitgegeben 😉 Nach einer Stunde waren wir mit dieser Aktion durch und sind wieder verschwunden. Wir hoffen es gefällt den Ennepetalern und den vorbeikommenden ÖPNV-Nutzern;)

Mehr Fotos gibt es HIER!

 

Skandal! Diebstahl aus dem Kirchgarten! Januar 31, 2011

Ja, glaubt man es denn??? Da bin ich am Wochenende unterwegs, um mal zu schauen, wie meine letzte Pflanzung die doch knackig-frostigen Temperaturen überlebt haben und was ist? Es fehlen Blumen!!! Insgesamt sind zwei Pflanzen komplett entfernt/gestohlen worden, zwei andere sind ihrer Blüten beraubt worden, der Rest ist noch da… Ja, wer macht denn sowas? Ich meine, warum macht jemand sowas? 😦

Okay, es ist ja jetzt insgesamt nicht so schlimm, die Kälte ist den Blumen in der Tat nicht so gut bekommen und ich muss den Rest mal in den kommenden Tagen wieder rausnehmen. Den Versuch war es aber  wert! Aber trotzdem bin ich irgendwo zwischen überrascht und verärgert! Leider ist es keine Seltenheit, dass aus Guerilla Gärten pflanzen geklaut werden. Ich habe für mich beschlossen, dass jemand die beiden Pflanzen vor dem wiederkehrenden Winter gerettet hat! Ja, genau so war es 😛 Es ist übrigens tatsächlich Diebstahl, denn nur weil ich etwas (verbotenerweise) irgendwo pflanze, entfernt in diesem Fall jemand anderes dennoch etwas nicht-eigenes und stiehlt es somit…

Achja, dann warten wir mal auf den Frühling…