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Guerilla Gardening im Pott

Do-It-Yourself-Workshop, DASA, Dortmund Februar 26, 2013

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 3:02 pm

Das Symposium „Sehnsuchtsstädte“ der global_young_faculty ist kaum vorbei, da naht schon der nächste Vortrag… Ich werde am 7. März ab 18 Uhr bei der DASA einen Workshop zum Thema „Guerilla Gardening“ halten. Hier die Ankündigung der DASA:

Mit wildem Gärtnern in den Frühling

Alle ersehnen den Frühling. Die Saat dafür kann jeder schon heute legen. Am Donnerstag, 7. März, führt Patrick Huhn in die Geheimnisse des „Guerilla Gardenings“ in der DASA ein. Unter dem Motto „Guerilla Gardening im Pott – bewaffnet mit Spaten, Pflanzen und Visionen“ spricht er im Zuge der aktuellen Sonderausstellung „Do It Yourself“ um 18 Uhr zu Wesen und Wurzel der Gartenpiraterie. Der Ingenieur
und Baureferendar gibt am sogenannten „Denker-Donnerstag“ Tipps zum Einstieg und zum Vorgehen beim Wildgärtnern. Dabei zeigt er spannende Beispiele aus dem Ruhrgebiet.

Beim Guerilla-Gardening verschönern Grün-Begeisterte in heimlichen Nacht-und-Nebel-Aktionen Brachland durch wildes Begrünen. Mittlerweile ist daraus eine respektable Bewegung geworden, die auch vor Dortmund nicht halt macht. Das Gardening findet immer mehr Freunde. Mehr zu den Hintergründen der Bewegung erfährt man auch in der Ausstellung „Do It Yourself“; die am Vortragstag bis 18 Uhr geöffnet ist. Der Eintritt zum „Denker-Donnerstag“ ist frei.

Wer Lust und Interesse hat ist herzlich willkommen! Weitere Infos auf der DASA-Website.

Das Symposium „Sehnsuchtsstädte“ war im übrigen höchstspannend, vor allem da auch Dr. Christa Müller (Herausgeberin Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt) und Marco Clausen (Prinzessinengärten) Vorträge zum Thema Sehnsuchtspraktiken gehalten haben. Das Symposium war sehr gut besucht und eine entsprechende Diskussion kam schnell in Gang. Das Spektrum hierbei umfasste Grundsätze des Urban Gardenings bis zu speziellen Praxisproblemen in der Kommunikation mit Kommunen. Vielen Dank an dieser Stelle an das Organisationsteam der global_young_faculty für das Symposium!

 

Symposium „Sehnsuchtsstädte“ Februar 6, 2013

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 10:01 am

global_young_facultyHallo zusammen,

am Donnerstag und Freitag nächste Woche (14.-15.2.13) veranstaltet die global_young_faculty ein Symposium zum Thema „Sehnsuchtsstädte“. Es soll hierbei über verschiedene Formen der Sehnsüchte im Zusammenhang mit urbanem Leben diskutiert werden. Hierbei werden Vorträge zu den Themengruppen „Sehnsuchtsmedien“, „Sehnsuchtspraktiken“ und „Sehnsuchtstechniken“ gehalten. Ich werde im Bereich der Sehnsuchtspraktiken ein wenig über die Guerilla-Gardening-Bewegung im Ruhrgebiet erzählen (15.2., ab 9 Uhr). Alle weiteren Infos und einen Flyer findet ihr auch auf der Seite der global_young_faculty.

Vielleicht kommt ihr ja dazu und diskutiert etwas mit!

 

Vortrag „Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen“ November 1, 2012

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 11:06 pm

Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen?! Das ist doch irgendwie ein ungleiches Paar. Auf der einen Seite engagierte Gärtner, die versuchen mit ihren Pflanzen und Samen die Straßen zu verschönern und auf der anderen Seite kommerziell organisierte Unternehmen, die möglichst wenig Geld in die Bewirtschaftung ihrer Grünflächen stecken möchte, da Blumen, Insekten und Tiere keine Miete zahlen! Ja, doch, auf den ersten Blick ein ungleiches Paar! Aber nur auf den ersten Blick. Ich jedenfalls habe hier meine Meinung ziemlich schnell geändert. Aber gehen wir mal zum Anfang…

Vor einigen Wochen wurde ich von der BBA – Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. Berlin eingeladen am 30.10.2012 einen Vortrag über Guerilla Gardening auf der Tagung „Die Qualität von Immobilien mit Wohnumfeldgestaltung heben“ zu halten. So groß meine Freude war, als Referent eingeladen zu werden, so sehr stolperte ich aber auch über den Kontext Guerilla Gardening und gezielte Wohnumfeldgestaltung, denn – und ihr werdet mir Recht geben – eigentlich passt dies nicht zusammen. Ich sah hier eigentlich nur zwei Ansatzpunkte:

  • Guerilla Gardening kommt bereits vor und sollte toleriert und unterstütz werden
  • Einen Transfer vom Guerilla Gardening zu etwas gezielt Initiiertem, das man vielleicht erst mal als Nachbarschaftsgärtnern bezeichnen könnte

Dies habe ich dem BBA gegenüber auch so dargestellt und schließlich genau zu diesem Thema einen Vortrag ausgearbeitet. Neben einer kurzen Vorstellung der Guerilla-Gardening-Bewegungen mit den wichtigsten Merkmalen und einigen Beispielen habe ich mich intensiv mit Richard Reynolds und seiner Arbeit im Umfeld seines Wohnquartiers Perronet House auseinandergesetzt. Richard pflegt seit 8 Jahren die Beete in seinem Wohnquartier, verschönert damit das Wohnumfeld und stärkt die sozialen Strukturen vor Ort indem er seine Nachbarn einbezieht. Im Schwerpunkt bin ich auf einige Möglichkeiten eingegangen, wie man den Mieter motivieren könnte sich ein Beispiel an Richard zu nehmen und für ein qualitativ hochwertigeres Wohnumfeld zu sorgen. Beispiele sind hier Flyer und Workshops.

Der richtig spannende Teil kam aber erst im Anschluss an meinen Vortrag, denn es kam zu einer regen Diskussion über die Erfahrungen der anwesenden Immobilienunternehmen. Und hier gab es durchaus sehr positive Erlebnisse zu berichten. Guerilla Gardening kommt tatsächlich häufig vor und wird von den meisten Unternehmen sehr positiv gesehen. So wusste ein Anwesender von einem, auf einer Brachfläche im Quartier, entstandenem Integrationsgarten zu berichten während andere von Guerilla-Ergänzungspflanzungen in Beeten oder von extra für Wildgärtner frei gelassene Flächen in ihren Quartieren erzählten. Vor allem das Thema Reglementierung spielte bei den Erfahrungen nahezu keine Rolle, nur eine Wortmeldung sprach sich für eine Reglementierung als einziges Mittel zur Gewährleistung einer konstanten Pflege aus. Aber solche Fälle hängen ja auch immer von den speziellen Situationen ab. Ich hab jedenfalls gelernt, dass Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen KEIN Gegensatz darstellen und konnte den Anwesenden den Wert von solchen Impulsen in einem Quartier vermitteln, wobei man in diesem Zusammenhang nie vergessen darf, dass Pflanzen Zeit zum Wachsen brauchen!

 

Politisches Gärtnern in Duisburg August 28, 2012

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Als gebürtiger Duisburger verfolge ich auch fern der Heimat immer noch die lokalen Nachrichten, insbesondere im Bereich der Stadtentwicklung. Was mich dann doch letztens überrascht hat, war ein Artikel in der WAZ mit der Überschrift „Guerilla-Gärtner bekämpfen Grau am Duisburger Hauptbahnhof„. Sichtlich interessiert begann ich zu lesen. Der Artikel handelte von Guerilla-Gärtnern, die in einer nächtlichen Aktion den abgesperrten und ungestalteten Bahnhofsvorplatz begrünt haben. Kurz als Hintergrundinfo zum Bahnhofsvorplatz – kurz „Platte“. Die Platte ist ein 300 m langer Deckel über die A59, die hier die Stadt durchschneidet. Hier sollte nach Abschluss der Arbeiten ein neues Eingangstor zur Duisburger Innenstadt entstehen. Allerdings geschah lange nichts. Insgesamt 550 Tage ging es nicht voran und die Platte lag als riesige Brache zwischen Bahnhof und Duisburger City. Hintergrund für den Stillstand sind vor allem Planungsfehler. Die Planungskosten für eine Gestaltung beziffern sich auf ca. 200.000 €, das Auftragsvolumen war falsch kalkuliert und es konnte im Bieterverfahren kein Bewerber für die Realisierung der Planung gefunden werden. In einer WAZ-Umfrage wählten die Duisburger die Platte mit 52% zur größten Problem-Baustelle der Stadt. Zurück zur Guerilla-Aktion: Auf der aus beton gegossenen Platte wurde Rollrasen verlegt und eingetopfte Blumen aufgestellt. Das Ergebnis symbolisierte das Rathaus und hatte ein ganz bestimmtes Ziel und das hat es auch erreicht. Es sollte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Missstände am Duisburger Hauptbahnhof lenken! Somit ist allerdings die – durch die WAZ getroffene – Aussage, es handele sich um Guerilla Gardening nicht richtig. Der Irrtum ist allerdings nicht weiter verwunderlich, da es nur einen sehr kleinen Unterschied zwischen dem Guerilla Gardening und dem in diesen Fall durchgeführten politischen Gärtnern gibt. Aber wo liegt dieser Unterschied?

Bei politischem Gärtnern geht es nicht nur um das Gärtnern, „sondern darum, in alternativen Projekten weltweit jenseits des globalen Neoliberalismus selbstständig und kollektiv die Umwelt und die Gesellschaft zu gestalten“ (Website Eine andere Welt ist pflanzbar). Politische Gartenaktionen versuchen mehr zu erreichen, als persönliche Ziele zu befriedigen. Sie versuchen politische Botschaften zu transportieren. Ein (…) Beispiel für politisches Gärtnern fand im Rahmen der Protestaktionen zum Projekt Stuttgart 21 am 30.10.2010 statt. Vier Wochen nachdem im Schlossgarten die ersten 25 Bäume gefällt wurden, um Platz für den neuen Stuttgarter Bahnhof zu schaffen, bepflanzten 26 Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood und der Initiative Parkschützer die Baustelle mit neuen Bäumen. Die jungen Platanen, Eschen und Spitzahornbäume sollten eine Wiedergutmachung und eine symbolische Wiederbegrünung darstellen. (Quelle: Mit Spaten, Pflanzen und Visionen – Guerilla Gardening als Nutzung von Brachflächen)

Um politisches Gärtner handelte es sich dann tatsächlich im doppeltem Sinne, denn einige Tage nach der Aktion wurde bekannt, dass diese Aktion durch die Duisburger Grünen initiiert war. Alles in allem ist positiv zu bewerten, dass diese Aktion zur rechten Zeit (wenige Tage vor der Oberbürgermeister-Wahl) den Fokus auf einen sehr vernachlässigten Ort gelenkt hat. Kurz nach seiner Wahl hat der neue OB Sören Link (SPD) mit dem ebenfalls noch neuen Planungsdezernenten Carsten Tum medienwirksam das „Gewürge“ um die Platte beendet und angefangen eine kostengünstige Zwischenlösung zu schaffen. Die aktuellen Planungen werden verworfen, eine endgültige Neugestaltung ist für 2014 angestrebt. Hierbei wird viel Wert auf die Einbeziehung der Duisburger Bürger gelegt. So kann jeder Interessierte seine Vorschläge und Ideen noch bis Ende des Jahres bei der Stadt Duisburg einreichen – ein Weg, den auch ich noch gehen werde. Die ersten Ideen sind bereits bei der Stadtplanungsabteilung eingegangen und werden ernst genommen. Alle eingereichten Ideen werden gesichtet und Ende des Jahres bei geplanten Workshops vorgestellt. Carsten Tum unterstrich in diesem Zusammenhang nochmals, wie wichtig die Bürgerbeteiligung bei der Neuplanung ist.

Auch wenn es sich hier um das dem Guerilla Gardening artverwandte politische Gärtnern handelte, wurde sehr deutlich, was durch solche Aktionen möglich ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich auch in anderen Städte auf anderen Problem-Baustellen ein paar engagierte Gärtner finden, um den Blick der Öffentlichkeit durch Blumen einzufangen und Missstände damit aufzuzeigen! Auch wenn von den Pflanzen nicht mehr viel übrig war bei meinem letzten Besuch, kann man nur hoffen, dass die Ideen für die Platte nach dieser Aktion sprießen…

 

Zwischennutzungsfestival Zeche Lohberg Mai 15, 2012

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 10:11 am

Hey alle zusammen,

vom 16.-20. Mai wird auf der Zeche Lohberg in Dinslaken ein Zwischennutzungsfestival stattfinden! Da Guerilla Gardening ebenfalls eine Form der Zwischennutzung ist und das ganze sicher ein großer Spaß wird, werde auch ich dort sein und am Samstag einen Guerilla-Gardening-Dig starten! Wer Lust, Interesse oder einfach Langeweile hat, den möchte ich dort sehen! Gerne bewaffnet mit Spaten, Pflanzen und Visionen 😉

Für mehr Infos zum Festival checkt Licht im Schacht

 

2011 – Eine Zusammenfassung! Januar 1, 2012

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 12:07 pm

Frohes neues Jahr! Jetzt kurz das Bild angucken…. Wahnsinn, ich weiß! Dann da unten auf den Link klicken und ein bisschen mehr über die Hintergründe dieses Blogs erfahren! Ich sage danke und melde mich in den wohlverdienten Kater ab 😉

Hier ist die Zusammenfassung für das Jahr 2011:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 3.200 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 53 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 

Guerilla Knitting is AWESOME November 2, 2011

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 10:30 am
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Guerilla Knitting, oder auch Guerilla Stricken, ist nichts für Hausfrauen, sondern etwas für Stadtfrauen (und natürlich -männer 😉 )! Bei dieser Form der urbanen Kunst verschönern engagierte Stricker und Strickerinnen ihr städtisches Umfeld indem sie das Straßenmobiliar (Bänke, Laternen, Telefonzellen, Geländer) regelrecht einstricken! Vorab wird genau Maß genommen, dann zu Hause alleine oder in Gruppen gestrickt und in einer abschließenden Aktion das Ziel in einem mit dem Strickwerk eingepackt! Von der Idee ähnlich dem Guerilla Gardening, denn auch hier steht die Verschönerung des öffentlichen Raums durch Ausübung eigener Bedürfnisse im Fokus. So, Guerilla Knitting is awesome!!!
Wie ich drauf komme? Auf dem Weg zu Arbeit bin ich heute in Hannover an einem solchen Projekt vorbeigekommen! Herrlich! Hat mich wirklich gefreut diese Szene, die ich auch aus dem Pott kenne, hier anzutreffen! Weiter so!
Kurzer Hinweis noch: Morgen, 3.11. um 8.30 Uhr, Radio-Reportage zum Thema Guerilla Gardening im SWR2 (auch über Webradio hörbar)!

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