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Guerilla Gardening im Pott

Vortrag „Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen“ November 1, 2012

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 11:06 pm

Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen?! Das ist doch irgendwie ein ungleiches Paar. Auf der einen Seite engagierte Gärtner, die versuchen mit ihren Pflanzen und Samen die Straßen zu verschönern und auf der anderen Seite kommerziell organisierte Unternehmen, die möglichst wenig Geld in die Bewirtschaftung ihrer Grünflächen stecken möchte, da Blumen, Insekten und Tiere keine Miete zahlen! Ja, doch, auf den ersten Blick ein ungleiches Paar! Aber nur auf den ersten Blick. Ich jedenfalls habe hier meine Meinung ziemlich schnell geändert. Aber gehen wir mal zum Anfang…

Vor einigen Wochen wurde ich von der BBA – Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. Berlin eingeladen am 30.10.2012 einen Vortrag über Guerilla Gardening auf der Tagung „Die Qualität von Immobilien mit Wohnumfeldgestaltung heben“ zu halten. So groß meine Freude war, als Referent eingeladen zu werden, so sehr stolperte ich aber auch über den Kontext Guerilla Gardening und gezielte Wohnumfeldgestaltung, denn – und ihr werdet mir Recht geben – eigentlich passt dies nicht zusammen. Ich sah hier eigentlich nur zwei Ansatzpunkte:

  • Guerilla Gardening kommt bereits vor und sollte toleriert und unterstütz werden
  • Einen Transfer vom Guerilla Gardening zu etwas gezielt Initiiertem, das man vielleicht erst mal als Nachbarschaftsgärtnern bezeichnen könnte

Dies habe ich dem BBA gegenüber auch so dargestellt und schließlich genau zu diesem Thema einen Vortrag ausgearbeitet. Neben einer kurzen Vorstellung der Guerilla-Gardening-Bewegungen mit den wichtigsten Merkmalen und einigen Beispielen habe ich mich intensiv mit Richard Reynolds und seiner Arbeit im Umfeld seines Wohnquartiers Perronet House auseinandergesetzt. Richard pflegt seit 8 Jahren die Beete in seinem Wohnquartier, verschönert damit das Wohnumfeld und stärkt die sozialen Strukturen vor Ort indem er seine Nachbarn einbezieht. Im Schwerpunkt bin ich auf einige Möglichkeiten eingegangen, wie man den Mieter motivieren könnte sich ein Beispiel an Richard zu nehmen und für ein qualitativ hochwertigeres Wohnumfeld zu sorgen. Beispiele sind hier Flyer und Workshops.

Der richtig spannende Teil kam aber erst im Anschluss an meinen Vortrag, denn es kam zu einer regen Diskussion über die Erfahrungen der anwesenden Immobilienunternehmen. Und hier gab es durchaus sehr positive Erlebnisse zu berichten. Guerilla Gardening kommt tatsächlich häufig vor und wird von den meisten Unternehmen sehr positiv gesehen. So wusste ein Anwesender von einem, auf einer Brachfläche im Quartier, entstandenem Integrationsgarten zu berichten während andere von Guerilla-Ergänzungspflanzungen in Beeten oder von extra für Wildgärtner frei gelassene Flächen in ihren Quartieren erzählten. Vor allem das Thema Reglementierung spielte bei den Erfahrungen nahezu keine Rolle, nur eine Wortmeldung sprach sich für eine Reglementierung als einziges Mittel zur Gewährleistung einer konstanten Pflege aus. Aber solche Fälle hängen ja auch immer von den speziellen Situationen ab. Ich hab jedenfalls gelernt, dass Guerilla Gardening und Immobilienunternehmen KEIN Gegensatz darstellen und konnte den Anwesenden den Wert von solchen Impulsen in einem Quartier vermitteln, wobei man in diesem Zusammenhang nie vergessen darf, dass Pflanzen Zeit zum Wachsen brauchen!

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