gartenstadt2punkt0

Guerilla Gardening im Pott

SWR2 Wissen: Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel Oktober 25, 2011

Haa, da hab ich versprochen endlich Ruhe zu geben, und dann zaubere ich noch ein Ass aus dem Ärmel und dass es wirklich ein Ass ist, was ich euch hier präsentiere, dafür habe ich mich selber eingebracht:

Am 3. November um 8.30 Uhr wird bei SWR2-Wissen der Beitrag „Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel“ von Lutz Neitzert gesendet, für den ich auch interviewt wurde. Wer jetzt sagt „is zu früh, is zu spät, nich meine Wellenlänge, nich mein Sender, watt weiß ich“, dem sach ich ma, den gibt’s danach auch bestimmt online und den Link kriegste hier, waa!!! Jetzt aber erstmal die offiziellen Infos:

Donnerstag, 3. November, 8.30 Uhr
Guerilla Gardening
Samenbomben im Asphaltdschungel
Von Lutz Neitzert

Sie pflanzen nachts Kopfsalat auf Verkehrsinseln an oder säen heimlich Sonnenblumen am Bahnsteig: “Guerillagärtner” und “Gartenpiraten”. Bewaffnet mit Harken und Samenbomben machen sie sich auf, unsere Betonwüsten zum Blühen zu bringen. Aus den Flowerpower-Anfängen in den 70erJahren ist heute eine vielschichtige Bewegung geworden. Umweltaktivisten und Globalisierungsgegner setzen ebenso blühende Zeichen des Protests wie Straßenkünstler, die mit Moosgraffiti graue Häuserwände verzieren. Aber auch harmlose Gartenfreunde erobern sich ihren Raum: Auf versteckten Brachen zwischen Mietskasernen bauen sie eigene Kartoffeln und Tomaten an. Inmitten der Großstädte ist eine Subkultur entstanden, die augenzwinkernd Blumen sprechen lässt.

So, für weitere Infos schaut bitte beim WDR2-Wissen oder direkt bei Lutz Neitzert auf den Websites vorbei!

 

Reflexion, Auszeichnung und Abschied Oktober 8, 2011

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 1:53 pm

Etwas über ein Jahr ist es her, dass ich im Zuge meiner Diplomarbeit mit diesem Blog begonnen habe… Vielleicht ein guter Zeitpunkt um dieses Jahr zu reflektieren!

Zu Beginn hatte ich weder eine Ahnung vom Bloggen an sich, noch großartig vom Guerilla Gardening. Wobei ich sagen muss, dass mir das Gärtnern leichter fiel als das Bloggen, was wohl daran liegt, dass ich in einem Haus mit großem Garten aufgewachsen bin. Guerilla Gardening war zu dem Zeitpunkt als Thema noch nicht so im Fokus der Öffentlichkeit, und auch die Anhänger waren gar nicht so leicht zu finden. Zumindest hier im Ruhrgebiet. So kam es, dass ich bei den ersten Aktionen noch alleine unterwegs war, doch je mehr ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt habe, um so mehr Gärtner habe ich kennen gelernt. Vor allem aber habe ich es geschafft in dieser Zeit meine Freunde für das Thema zu sensibilisieren, sie dafür zu begeistern und mit zu meinen Digs zu nehmen. So bildete sich eine kleine Gruppe aus wechselnden Guerilla Gärtnern um mich. Allein diese Menschen mit meinem Hobby erreicht zu haben,  in ihnen etwas bewegt zu haben hat mich begeistert und fasziniert. Da ich nicht nur aktiver Gärtner, sondern auch Forscher war, habe ich in der Zeit die Bewegung und ihre Charaktere zunehmend durchdrungen und verstanden. Persönlicher Höhepunkt war neben meinem Aufenthalt in Berlin das Gespräch mit Richard Reynolds, der sich tapfer meinen Fragen stellte und so, zusammen mit meinen anderen Interviewpartnern, die Lücken in der Literatur und in meinem Kopf schloss. Meine Diplomarbeit wurde mehr und mehr zu einem Selbstläufer und ich konnte den inhaltlichen Arbeitsschritt bereits Anfang Februar abschließen. Am 22. März habe ich dann das Ergebnis eingereicht, mich aber nicht zur Ruhe gesetzt. Meine Begeisterung für die Guerilla-Gardening-Bewegung hat trotz sechsmonatiger intensiver Arbeit nicht abgenommen und auch diesen Blog, der ebenfalls als ein Ergebnis in mein Konzept eingeflossen ist, konnte ich nicht auslaufen lassen. Weiterhin ging ich als Wildgärtnern und schrieb darüber. Die abgeschlossene Diplomarbeit fand großen Anklang, so dass meine Prüfer ihre Veröffentlichung anstrebten. Diese ist bereits im Juli auch geschehen. Das Thema und alles was ich durch das Gärtnern erreicht hatte begann mich zu überholen. Neben der Veröffentlichung des Buchs „Mit Spaten, Pflanzen und Visionen – Guerilla Gardening als Nutzung von Brachflächen“ arbeitete ich mit zwei Radiojournalisten und dem WDR Duisburg zusammen, um die Öffentlichkeit die Hintergründe des Guerilla Gardening zu zeigen. Auf dem n.a.t.u.r.-Festival in Bochum konnte ich zudem einen Vortrag über mein Thema halten. Erst in den letzten Wochen ist es deutlich ruhiger um das Thema geworden… Man merkt, dass der Herbst Einzug hält. Einen letzten Höhepunkt gab es aber doch noch. Mein Buch fand Berücksichtigung beim Forschungspreis der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V., die Verleihung erfolgte am 6. Oktober auf der expo real in München und die Arbeit belegte den 3. Platz in der Kategorie Diplom-/Masterarbeiten.

Das war wirklich ein spannendes und einschneidendes Jahr, welches mich persönlich umdenken ließ, gerade im Umgang, in der Benutzung des öffentlichen Raums und in der Art eine Stadt wahrzunehmen. Letztendlich befinde ich mich allerdings gerade jetzt in der spannendsten Phase dieses Jahrs, denn nach dem Diplom folgt (mit etwas Glück) ein Job, welchen ich am 1. Oktober bereits angetreten habe. Auch wenn ich privat dem Thema Guerilla Gardening sehr verbunden bleibe, ist mir dies beruflich nicht möglich. Schlimmer noch, ich musste als notwendiges Übel meine Gartenstadt, das Ruhrgebiet, verlassen. Wie es jetzt mit mir, dem Wildgärtnern und dem Bloggen weitergeht weiß ich noch nicht, aber auf den Winter folgt der Frühling und die Welt beginnt von neuem zu blühen und vielleicht helfe ich dann, ganz im Geheimen wieder ein bisschen nach!

Vielen Dank fürs Lesen, Unterstützen und Kommentieren – „Lob ist der geringste Lohn eines Guerilla-Gärtners“ (Richard Reynolds)