gartenstadt2punkt0

Guerilla Gardening im Pott

Das Ennepetaler-Busbahnhof-Nachspiel März 24, 2011

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 2:57 pm

Hey Leute,

wer meinen Blog bereits ein bisschen länger verfolgt, dem ist sicherlich aufgefallen, dass ich mich sehr intensiv mit Guerilla Gardening auseinandersetze, soll heißen nicht nur gärtnere, wo es mir nötig erscheint, sondern auch Hintergründe, Folgen, Konflikte von Guerilla Gardening beobachte und untersuche. Was mir allerdings durch die Ennepetaler Stadtverwaltung vs. Bürger (ich muss sagen ich durchblicke die Rollenverteilung nicht genau) geboten wird, ist in der Tat sogar mir neu!

Ich möchte an dieser Stelle auf das Forum „Wir-Ennepetaler“ verweisen, indem derzeit an mehreren Stellen über unser vergangene Aktion heftigst diskutiert wird! Zum einen wird die Aktion befürwortet (Bürger), zum anderen wird sie tatsächlich entfernt (Stadtverwaltung). Der Grund für diese Reaktion des (bleiben wir noch objektiv) Entfernens ist mir persönlich nicht klar (und so wie es im Forum scheint, vielen anderen auch nicht)! Was sehr deutlich wird ist, dass es einige Nutzer des Forums (Bürger) traurig und wütend stimmt! Ich vermute (ich bin ja kein Ennepetaler), dass in diesem Konflikt, hervorgerufen durch unsere gutgemeinte und harmlose Aktion, viel mehr drin steckt, als nur die Zerstörung (hier werte ich 😉 ) unseres angelegten Beetes! Dennoch ist es ein schönes Gefühl, dass sich hier Menschen für unsere Arbeit einsetzen, die wir nicht kennen, die uns nicht kennen, die nur durch unsere Arbeit so inspiriert und erfüllt waren, dass sie ihr eigenes Umfeld mit einem neuen, ihnen unbekannten Blick sehen und deshalb versuchen, etwas, was wir den Bürgern (und auch der Stadtverwaltung) der Stadt Ennepetal geschenkt haben, zu retten! VIELEN, VIELEN DANK DAFÜR! Das ist mehr Lohn als man sich vorstellen kann!

Anbei die entsprechenden Themen auf „Wir-Ennepetaler“:

http://www.wir-ennepetaler.de/phpBB2/viewtopic.php?p=10389#10389

http://www.wir-ennepetaler.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2151

Eins noch zum Ende: Lieber EN 2011 (Nutzer des Forums), unsere Aktion ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch § 858 verbotene Eigenmacht, wird aber erst in dem Fall zum Problem, sobald der Besitzer bzw. sofern dieser den Besitz aufgegeben hat, der Eigentümer (§1004 BGB) auf Beseitigung der Besitzstörung klagt. Sofern es als Sachbeschädigung (§ 303 StGB) angesehen wird, was durchaus möglich wäre, weil wir dauerhaft das Erscheinungsbild von brauner Erde in bunte Blumen verändern wollten (anscheinend Dank einer eifrigen Stadtverwaltung nicht konnten), so muss ebenfalls eine Klage durch den Besitzer/Eigentümer eingereicht werden. In diesem Fall würde ich sagen, dass kein besonderes öffentliches Interesse besteht, so dass die Staatsanwaltschaft nicht von selber aktiv wird (§ 303c StGB)!

Ich bin niemand, der durch Guerilla Gardening Flächen aneignen, Gesetze brechen oder Sachen beschädigen möchte. Ich versuche niemanden mit meiner Meinung zu Nahe zu treten und etwas (vor allem einen Standpunkt) aufzuzwingen. Alles was ich mit meinen Aktion versuche, ist, die Welt ein bisschen schöner und besser zu machen. Ich hoffe, dass diese Motivation auch für die Menschen verständlich ist, die sich durch diese Aktion übergangen fühlen oder ähnliches. Das ist wirklich nicht meine Absicht (oder die der Guerilla Gärtner, mit denen ich zusammenarbeite)! Und wenn aufgrund unserer Aktion sich irgendjemand mit diesem Beet beschäftigt und weitere Blumen ergänzen möchte, freue ich mich sehr darüber! Ich hoffe, dass eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden kann!

Sofern ich mich bei der Rollenverteilung oben vertan habe, bitte ich dies in Kommentaren zu berichtigen. Falls ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ennepetal oder einer anderen Stadt dies list, bitte ich über den Gewinn von Guerilla Gardening nachzudenken und diesbezüglich mit den Kollegen der Stadt Berlin zu sprechen… Vielen Dank!

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2 Responses to “Das Ennepetaler-Busbahnhof-Nachspiel”

  1. Ein offizielle Kommentar vom Bürgermeister zu unserer Aktion und der nachfolgenden Anpflanzung von 500 Stiefmütterchen. Anscheinend wurden bei dieser Aktion unsere Pflanzungen lediglich ergänzt. Insgesamt würde ich sagen: Was will man mehr! Topps!!!

    Hallo XXX,

    für die betroffenen Beete war, wie jedes Jahr, eine entsprechende Bepflanzung seitens der Stadtbetriebe Ennepetal vorgesehen.
    Bei einem Treffen in anderer Sache letzte Woche vor Ort, hatte man die in der nächtlichen Aktion „gestifteten“ Pflanzen bemerkt und sich darüber gefreut. Man kam aber zu dem Ergebnis, dass das längst nicht ausreichend war. Im Gegenteil, Bürger sprachen schon davon, dass die Stadt wohl wirklich kein Geld mehr haben würde, weil die Bepflanzung nicht vollständig wirkte.

    Der Betriebshof stellte spontan die sowieso vorgesehenen 500 Stiefmütterchen zur Verfügung und die Gebal entschied ebenso spontan, die Pflanzen zeitnah in die Erde zu bringen.

    Mehr ist nicht passiert. Die „unterirdisch“ eingebrachten Blumensamen sind sicherlich teilweise nochmal mit untergegraben worden, die Chancen, dass sie von dort weiterwachsen werden, stehen aber nicht so schlecht.

    Gruß
    Martin Küpper
    Pressesprecher

  2. Helga SP Says:

    Immerhin!

    Es scheint ja Früchte getragen zu haben, dass ich so gewisse Links umgehend ins Rathaus schickte. 🙂

    Immerhin hat sich keiner mehr getraut, die von Euch gepflanzten Blumen zu „entfernen“.
    So sieht es jetzt aus: http://www.wir-ennepetaler.de/phpBB2/viewtopic.php?p=10468#10468

    Liebe Grüße aus Milspe
    Helga


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