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Guerilla Gardening im Pott

Vertikaler Garten in Dortmund März 25, 2011

Jetzt mal wieder etwas praktisches! Nach dem ganzen Trubel um das Beet in Ennepetal bin ich nun in Dortmund wieder in einem mir bekannten Gebiet unterwegs gewesen. Eine Freundin bat mich um Unterstützung bei der Begrünung einer Verkehrsinsel in der Nähe ihrer Wohnung. Hierbei handelt es sich um eine breite Mittelinsel, die über der U-Bahn an der Weißenburger Straße verläuft. In der Mitte steht ein (recht funktionsloser) Zaun. Diesen Zaun galt es zu begrünen. Hierfür haben wir drei verschiedene Kletterpflanzen besorgt: Clematis, Wilder Wein und Lonicera. Zu viert haben wir die zu bepflanzenden Stellen am Zaun zuerst von Müll und Unkraut befreit und anschließend Löcher für die Kletterpflanzen ausgehoben. Blume aus dem Topf, Wurzeln etwas lösen, Blume in das Loch, Erde drauf, andrücken, etwas Wasser, fertig, das war’s! Damit die neuen Pflanzen nicht bei der nächsten Pflege-Aktion der Stadt entfernt werden, haben wir sie mit Osterglocken eingegrenzt! Eine halbe Stunde später war alles geschafft, waren wir zufrieden und ich erwarte keine Konflikte für die Zukunft… 😉 Wollen wir nur hoffen, dass der vertikale Garten jetzt auch wächst!

 

Das Ennepetaler-Busbahnhof-Nachspiel März 24, 2011

Filed under: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 2:57 pm

Hey Leute,

wer meinen Blog bereits ein bisschen länger verfolgt, dem ist sicherlich aufgefallen, dass ich mich sehr intensiv mit Guerilla Gardening auseinandersetze, soll heißen nicht nur gärtnere, wo es mir nötig erscheint, sondern auch Hintergründe, Folgen, Konflikte von Guerilla Gardening beobachte und untersuche. Was mir allerdings durch die Ennepetaler Stadtverwaltung vs. Bürger (ich muss sagen ich durchblicke die Rollenverteilung nicht genau) geboten wird, ist in der Tat sogar mir neu!

Ich möchte an dieser Stelle auf das Forum „Wir-Ennepetaler“ verweisen, indem derzeit an mehreren Stellen über unser vergangene Aktion heftigst diskutiert wird! Zum einen wird die Aktion befürwortet (Bürger), zum anderen wird sie tatsächlich entfernt (Stadtverwaltung). Der Grund für diese Reaktion des (bleiben wir noch objektiv) Entfernens ist mir persönlich nicht klar (und so wie es im Forum scheint, vielen anderen auch nicht)! Was sehr deutlich wird ist, dass es einige Nutzer des Forums (Bürger) traurig und wütend stimmt! Ich vermute (ich bin ja kein Ennepetaler), dass in diesem Konflikt, hervorgerufen durch unsere gutgemeinte und harmlose Aktion, viel mehr drin steckt, als nur die Zerstörung (hier werte ich 😉 ) unseres angelegten Beetes! Dennoch ist es ein schönes Gefühl, dass sich hier Menschen für unsere Arbeit einsetzen, die wir nicht kennen, die uns nicht kennen, die nur durch unsere Arbeit so inspiriert und erfüllt waren, dass sie ihr eigenes Umfeld mit einem neuen, ihnen unbekannten Blick sehen und deshalb versuchen, etwas, was wir den Bürgern (und auch der Stadtverwaltung) der Stadt Ennepetal geschenkt haben, zu retten! VIELEN, VIELEN DANK DAFÜR! Das ist mehr Lohn als man sich vorstellen kann!

Anbei die entsprechenden Themen auf „Wir-Ennepetaler“:

http://www.wir-ennepetaler.de/phpBB2/viewtopic.php?p=10389#10389

http://www.wir-ennepetaler.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2151

Eins noch zum Ende: Lieber EN 2011 (Nutzer des Forums), unsere Aktion ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch § 858 verbotene Eigenmacht, wird aber erst in dem Fall zum Problem, sobald der Besitzer bzw. sofern dieser den Besitz aufgegeben hat, der Eigentümer (§1004 BGB) auf Beseitigung der Besitzstörung klagt. Sofern es als Sachbeschädigung (§ 303 StGB) angesehen wird, was durchaus möglich wäre, weil wir dauerhaft das Erscheinungsbild von brauner Erde in bunte Blumen verändern wollten (anscheinend Dank einer eifrigen Stadtverwaltung nicht konnten), so muss ebenfalls eine Klage durch den Besitzer/Eigentümer eingereicht werden. In diesem Fall würde ich sagen, dass kein besonderes öffentliches Interesse besteht, so dass die Staatsanwaltschaft nicht von selber aktiv wird (§ 303c StGB)!

Ich bin niemand, der durch Guerilla Gardening Flächen aneignen, Gesetze brechen oder Sachen beschädigen möchte. Ich versuche niemanden mit meiner Meinung zu Nahe zu treten und etwas (vor allem einen Standpunkt) aufzuzwingen. Alles was ich mit meinen Aktion versuche, ist, die Welt ein bisschen schöner und besser zu machen. Ich hoffe, dass diese Motivation auch für die Menschen verständlich ist, die sich durch diese Aktion übergangen fühlen oder ähnliches. Das ist wirklich nicht meine Absicht (oder die der Guerilla Gärtner, mit denen ich zusammenarbeite)! Und wenn aufgrund unserer Aktion sich irgendjemand mit diesem Beet beschäftigt und weitere Blumen ergänzen möchte, freue ich mich sehr darüber! Ich hoffe, dass eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden kann!

Sofern ich mich bei der Rollenverteilung oben vertan habe, bitte ich dies in Kommentaren zu berichtigen. Falls ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ennepetal oder einer anderen Stadt dies list, bitte ich über den Gewinn von Guerilla Gardening nachzudenken und diesbezüglich mit den Kollegen der Stadt Berlin zu sprechen… Vielen Dank!

 

Dortmunder GASTBEITRAG in Dortmunder Mundart März 21, 2011

Dieser Beitrag wurde mir heute von zwei spontan dem Guerilla Gardening verfallenen Freunden zugesendet. Viel Spaß beim Lesen dieses Beitrags in Dortmunder Mundart 🙂

TU MA BUTTER BEI DE FISCHE UND DAT KRAUT BEIM BAUM!

Weiße? Da tuße ma nache Apotheke bei gehen, weilße voll die Pine inn Hals haß. Wat passiert? Muße bezahln den Dreck, obwohlße nix dafür kannst, daße krank biß. Also schön dat Pottmannne gezückt und die Pillendreher grad mitte Euronen entlohnt, da kommts: Da kriegße son Porree oder so anderet Hasenfutter inne Hand gedrückt. Wat soll ichn mit son Grünzeuch. Wenn ich dat bei mir inne Bude stelle, geht dat nach ne Woche oder so eh ein. Die soll leben, Kerlokiste!
So wat machße jetzt? Jetzt ist Gehirnschmalz gefragt. Oha, da war doch diese Bewegung, von der dir der Typ von Hinter-Herne-West erzählt hat. Dieset Gorilla-Gärtnern. Jo, die stecken anne unmöglichste Stellen Blumen inne Erde rein, obwohl den dat gar nich gehört! Dat is ja verrückt! Warum du nich auch, newonnich? Supa Idee, Ker! Also schön dat nächste Fleckchen Grün gesucht und direkt am Dottmunda-U fündich geworden, woße früher lecker Pilßken gebraut haben. Ma schön mitte Malocher-Pranken n Loch am Fuß von son kleinen Bäumßken ausgehoben und dat Pflänzken reingesteckt. Gut, dat ich noch Pulle Klaren dabei hatte, nich datt dat Dingen noch Brand bekommt! Jo, da steckt dat Dingen nu inne Erde und ich bin glücklich und hoffentlich gefällt et jemanden vonne Streuner, die da immer am vorbeispazieren sind. Ich mach schnell nochde Biege, nicht datte Bullen mich noch wegenn Vandalieren in Gewahrsam nehm. Wenn der Schutzmann ums Eck Kopp, wie die Fischköppe imma am Singen sind… Weiße Bescheid!

Glück auf! Leg dich wieda hin!

Ich bedanke mich sehr herzlich bei dem Autor und der Gärtnerin für diesen Beitrag, im Sinne unserer Umwelt und auch im Sinne dieses Blogs! Ich würde mich freuen zukünftig mehr Beiträge von anderen Guerilla Gärtnern aus dem Ruhrgebiet zu veröffentlichen. Wer daran Interesse hat: Email mit Beschreibung und Bildern an gartenstadt2punkt0@web.de

CHEERS 😉

 

Ergebnis Dig Busbahnhof Ennepetal März 16, 2011

Filed under: Ergebnis — gartenstadt2punkt0 @ 1:59 pm
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Gestern Abend war es soweit, wie angekündigt wurde gestern der Busbahnhof in Ennepetal geentert. Vielmehr wurden die vorhandenen Beete dort begärtnert. Die Ausgangssituation waren zwei großzügig angelegte Hochbeete, einst gestaltet mit verschiedenen Sträuchern und einzelnen Bäumen und schönen Findlingen. Während insbesondere der Kirschlorbeerbestand dem kleineren der beiden Beete eine immergrüne Gestalt verleiht, glänzt das größere mit blanker Erde. Und wo immer ein Guerilla Gärtner blanke Erde findet, eröffnen sich ihm in diesem Möglichkeitsraum unzählige Möglichkeiten. So erging es auch uns vieren gestern.

Wir haben für diesen Dig bereits im Vorfeld Osterglocken und Primeln besorgt. Um allerdings diesmal ein dauerhaftes Ergebnis zu erhalten und auch im Sommer durch Blütenexplosionen die Blicke der wartenden Busfahrer und -fahrgäste auf die Beete zu ziehen, gab es zwei Samendosen mit Magareten- und Sonnenblumensamen… Ist ja auch gerade die Zeit (eigentlich sollte ich mal was mit Samenbomben machen)! Um die große Fläche ausreichend zu bepflanzen, haben wir die Blumen in mehreren Gruppe als Highlights zwischen die Bäume und Steine gesetzt, so dass sich aus jeder Perspektive bunte Spots ergeben. Wasserspenden für unsere Blumen gab es von einer anliegenden Kneipe und einer Pizzeria. Im Anschluss haben wir das ganze Beet einmal aufgeharkt, Blumensamen gestreut und geschmissen, untergeharkt und angegossen! Das Ergebnis sollte ab Juni/Juli zu sehen sein!

Der Busbahnhof ist auch gegen Abend noch sehr belebt. Trotzdem uns viele beobachtet haben wurden wir aber nur ein Mal angesprochen und vor der Polizei gewarnt. Diese ist allerdings nicht erschienen. Die junge Frau konnten wir leider nicht zum mitgärtnern überreden, haben ihr aber für ihren weiteren Weg an diesem Abend einige Blumensamen mitgegeben 😉 Nach einer Stunde waren wir mit dieser Aktion durch und sind wieder verschwunden. Wir hoffen es gefällt den Ennepetalern und den vorbeikommenden ÖPNV-Nutzern;)

Mehr Fotos gibt es HIER!