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Guerilla Gardening im Pott

Guerilla Gardening beim Zwischennutzungsfestival Zeche Lohberg Mai 19, 2012

Einsortiert unter: Ergebnis,Guerilla Gardening — gartenstadt2punkt0 @ 3:20 nachmittags
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Die Sonne brennt im Rücken, 26° C zeigt das Thermometer und ich starre auf den Laptopbildschirm… Bis vor einigen Minuten waren wir noch auf dem dem ehemaligen Ausbildungsgelände der RAG am Standort Zeche Lohberg in Dinslaken. Dort findet aus aktuellem Anlass – dem zeitnahen Abriss der Gebäude und der Nachnutzung des Geländes – ein Zwischennutzungsfestival statt. Zwischennutzungsfestival?! Zwischennutzungsfestival! Achja, klar, war doch letztens auch am Dingens hier um die Ecke… Also, was ist überhaupt ein Zwischennutzungsfestival? Fangen wir mal bei der Zwischennutzung an:

Der Begriff Zwischen in Zwischennutzung lässt bereits darauf schließen, dass diese Nutzung zwischen zwei Zuständen, nämlich nach einer ehemaligen und vor einer geplanten Nutzung, stattfindet (vgl. Holtkamp et al. 2007: 5). Zwischennutzungen sind „neue Formen der Gestaltung auf brachgefallenen Flächen […], die ohne Wechsel des Eigentümers und Änderung des Planungsrechts […] für mehr oder weniger lange Zeit einen städtebaulichen Missstand dämpfen bzw. neue Qualitäten bewirken“ (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2004: 4).

Da der Zeitraum zwischen der ehemaligen und der geplanten Nutzung allerdings auf der Fläche Zeche Lohberg sehr kurz ist, haben sich die Organisatoren (großes Lob an dieser Stelle) dafür entschieden, dieses Gelände durch Zwischennutzungen in einem auf wenige Tage begrenzten Zeitraum in verschiedenster Weise zwischen zu nutzen, also im Festivalstil. Das wäre dann wohl ein Zwischennutzungsfestival…

Da auch Guerilla Gardening eine Zwischennutzung ist und solche Aktionen an sich schon cool sind, sind wir heute natürlich dort hin und hatten auch einige Pflanzen dabei. Nachdem wir erstmal alles erkundet haben und vor allem über viele Graffitis gestolpert sind, haben wir uns eine schöne Fläche für unser “lebendes Graffiti” gesucht. Ein bereits bestehendes und vor Jahren mal gepflegtes Beet, umgeben von einem gemauerten Ring, war für uns wie geschaffen. Erstmal den ganzen Wuchs an Unkraut heraus, die noch lebenden Pflanzen (Osterglocken, Lilien und Stauden) gepflegt und vom Laub befreit, Blumenerde hinzugegeben und alles aufgeharkt. Die Pflanzen, die wir dabei hatten, waren weiße Fleißige Lieschen, Leberbalsam, Tagetes, Männertreu und Margeriten. In der Gestaltung des Beets könnte man fast schon ein bisschen kleingärtnerische Spießigkeit erkennen, die allerdings um Zusammenspiel mit dem verwilderten Ambiente des Areals wunderbar harmoniert. Der restliche Ablauf war wie gewohnt, Pflanzen pflanzen, Pflanzen gießen, Müll wegbringen und mit Festivalbesuchern über die Sinnlosigkeit einer solchen Aktion auf einer Fläche, die bald abgeräumt wird, diskutieren. Halt, der letzte Punkt war doch neu! Und die Frage durchaus berechtigt! Aber zwei Aspekte haben uns dennoch dazu veranlasst dort zu pflanzen:

  1. Das Festival läuft über mehrere Tage und dieses Wochenende ist der Höhepunkt der ganzen Veranstaltung, so dass insbesondere jetzt viel passiert und die Besucher dies auch wahrnehmen können – die Veränderung, die Farbe, das Leben in dieser Ruine! Grade diese zwei Tage sind es, an denen diese Blumen dieser Fläche neues Leben einhauchen und Menschen an einem ungewöhnlichen Ort erfreuen können.
  2. Guerilla Gardening ist eine Zwischennutzung und was wäre dann also ein Zwischennutzungsfestival ohne Guerilla Gardening. Dies ist eine perfekte Plattform, um auf die Bewegung, ihre Motivation und Ziele aufmerksam zu machen!

Genug der Worte, den Rest erzähle ich euch in Bildern, viel Spaß :-)

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Zwischennutzungsfestival Zeche Lohberg Mai 15, 2012

Einsortiert unter: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 10:11 vormittags

Hey alle zusammen,

vom 16.-20. Mai wird auf der Zeche Lohberg in Dinslaken ein Zwischennutzungsfestival stattfinden! Da Guerilla Gardening ebenfalls eine Form der Zwischennutzung ist und das ganze sicher ein großer Spaß wird, werde auch ich dort sein und am Samstag einen Guerilla-Gardening-Dig starten! Wer Lust, Interesse oder einfach Langeweile hat, den möchte ich dort sehen! Gerne bewaffnet mit Spaten, Pflanzen und Visionen ;-)

Für mehr Infos zum Festival checkt Licht im Schacht

 

Guerilla Gardening Workshop in Wolfsburg – Eine Nachbetrachtung April 4, 2012

Einsortiert unter: Ergebnis,Guerilla Gardening — gartenstadt2punkt0 @ 9:11 nachmittags
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Ich hab es ja schon im letzten Artikel angekündigt, ich mach jetzt einen auf Dozenten und veranstalte Workshops zum Thema “Guerilla Gardening – Do It Yourself”! Der erste Workshop dieser Reihe fand am vergangenen Samstag (31.03.2012) in Wolfsburg statt. Ausrichter war ich natürlich nicht selbst, sondern die City Gallery – eine kleine Kunstgalerie, die an den Kunstverein Wolfsburg angeschlossen ist. Offiziell los ging es um 11 Uhr, ich war aber schon etwas eher dort, um mit den beiden Galeristinnen Blumen zu kaufen und für den Vortrag aufzubauen. Zu meiner eigenen Überraschung hat eine Blumenverkäuferin auf dem Markt sich von unserer Idee so anstecken lassen, dass sie uns für einen wirklichen fairen Preis 20 Stiefmütterchen und 6 Bellies überlassen hat!

Um 11.05 Uhr ging es dann auch wirklich los, und siehe da, es sind tatsächlich interessierte Wolfsburger gekommen inklusive der lokalen Presse. Den Auftakt habe ich mit einem kleinen Vortrag zu den Grundzügen des Guerilla Gardenings gemacht, im Anschluss sind wir noch eine Diskussion eingestiegen, die in großen Teilen die Wolfsburger Situation behandelte. Die Wolfsburger Nachrichten hat die Aussage aus dieser Diskussion unter der Headline “Illegales Gärtnern in Wolfsburg bisher ohne Reiz” zusammengefasst und einen wirklich lesenswerten Artikel dazu geschrieben.

Nach ca. 1 h war ich nicht nur mit meinem theoretischen Stoff durch, das Wetter war uns zudem – im wahrsten Sinne des Wortes – wohlgesonnen und wir haben die Gelegenheit für einen Ausflug ins Beet genutzt. Ziel des Digs war eine Baumscheibe schräg gegenüber der City Gallery in der Fussgängerzone Wolfsburgs, an der sich insbesondere die Eigenarten beim Bepflanzen von diesem Guerilla-Gardening-Aktionsraum aufzeigen ließen. Zusammengefasst ging es hierbei um den schonenden Umgang mit den Baumwurzeln, das Tragen von Handschuhen gegen Glasscherben und ähnlichem sowie dem erhöhten Wasserbedarf durch den “Konkurrenten” Baum. Mit tatkräftiger Unterstützung der Neu-Guerilla-Gärtner konnten wir die Blumen im Handumdrehen in die Erde bringen und mit reichlich Wasser angießen. In den vielleicht 15 Minuten, die wir tatsächlich vor Ort waren, wurden wir laufend von Passanten angesprochen und unser Tuen mit warmen Worten bedacht. Es war eine wirkliche tolle Aktion, vielen Dank Wolfsburg!

In der Nachbereitung dieser Aktion bin ich über einen weiteren Artikel aus der anderen Wolfsburger Zeitung, der WAZ, gestolpert, die sich in dem Artikel “Oft illegal, aber beliebt: Guerilla Gardening” mit dem Workshop auseinandersetzt, ebenfalls lesenswert! Aber die allermeiste Freude hat mir ein Gast des Workshops bereitet, der im Anschluss zu mir gesagt hat:

also bei mir hat das auf jeden fall einen keim gelegt…

AWESOME!

PS: Der zweite Workshop wird am 7. März 2013 in Dortmund stattfinden… Weitere Infos folgen ;) Kein Scherz!

 

Guerilla-Gardening-Workshop in Wolfsburg März 30, 2012

Einsortiert unter: Ankündigung — gartenstadt2punkt0 @ 4:14 nachmittags

Mhh, ich hatte ja mal erwähnt, dass ich das schöne Ruhrgebiet verlassen musste… Aber jetzt bin ich halt in Wolfsburg und da Guerilla Gardening weitgehend unbekannt ist, habe ich in Zusammenarbeit mit der City Gallery (kleine, feine Kunstgalerie) einen Workshop für GG-Interessierte vorbereitet! Morgen ist es soweit, um 11 Uhr geht es in der City Gallery los! Einen kleinen Bericht über die Aktion werde ich dann hier online stellen… Und Ostern bin ich auch wieder im Ruhrgebiet, wer weiß was dann geht! cheerio

 

2011 – Eine Zusammenfassung! Januar 1, 2012

Einsortiert unter: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 12:07 nachmittags

Frohes neues Jahr! Jetzt kurz das Bild angucken…. Wahnsinn, ich weiß! Dann da unten auf den Link klicken und ein bisschen mehr über die Hintergründe dieses Blogs erfahren! Ich sage danke und melde mich in den wohlverdienten Kater ab ;)

Hier ist die Zusammenfassung für das Jahr 2011:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 3.200 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 53 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 

Eigentumsübergang kraft Gesetzes Dezember 8, 2011

Einsortiert unter: Guerilla Gardening,Guerrilla Gardening — gartenstadt2punkt0 @ 9:15 vormittags

Hey Leute,
jetzt bin ich schon so lange Guerilla Gärtner und habe mich so intensiv mit der Thematik, auch aus rechtlicher Sicht, beschäftigt und habe dennoch vor fünf Minuten etwas gänzlich Neues gelernt:
Wir Guerilla Gärtner pflanzen bei jeder Aktion Pflanzen und Samen auf fremden Grund und Boden ein, hegen und pflegen sie und ernten in manchen Fällen sogar ihre Früchte, und in seltenen Fällen holen wir unsere Pflanzen wieder aus den angelegten Beeten, zum Beispiel wenn eine Räumung droht! Das ist für uns selbstverständlich und tatsächlich Diebstahl! Was, Warum? Hab ich mich auch empört, doch das Bürgerliche Gesetzbuch hat hierzu eine Regelung getroffen:

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Paragraph 94 Wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes
(1) Zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks gehören die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen,insbesondere Gebäude, sowie die Erzeugnisse des Grundstücks, solange sie mit dem Boden zusammenhängen. Samen wird mit dem Aussäen, eine Pflanze wird mit dem Einpflanzen wesentlicher Bestandteil des Grundstücks.

Doch das BGB wird noch deutlicher:

Paragraph 946 Verbindung mit einem Grundstück
Wird eine bewegliche Sache mit einem Grundstück dergestalt verbunden, dass sie wesentlicher Bestandteil des Grundstücks wird, so erstreckt sich das Eigentum an dem Grundstück auf diese Sache.

Somit ist rechtlich klar geregelt, dass wir beim Pflanzen jegliches Eigentum an unseren Samen, Setzlingen und Pflanzen verlieren und selbst das Ernten schon zum Diebstahl wird! Dieser ganze Vorgang heißt dann übrigens “Eigentumsübergang kraft Gesetzes”. Aber mal ganz ehrlich, wenn wir schon illegal Grundstücke bepflanzen, warum sollten wir uns dann noch über das ebenso illegale Ausbuddeln von den selbstgepflanzten Blumen Gedanken machen! Aber trotzdem schön zu wissen, dass unser Land für jeden noch so unwahrscheinlichen Fall irgendwo einen Paragraphen bereit hält!
“Keine weiteren Fragen, Euer Ehren!”

 

Guerilla Knitting is AWESOME November 2, 2011

Einsortiert unter: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 10:30 vormittags
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Guerilla Knitting, oder auch Guerilla Stricken, ist nichts für Hausfrauen, sondern etwas für Stadtfrauen (und natürlich -männer ;) )! Bei dieser Form der urbanen Kunst verschönern engagierte Stricker und Strickerinnen ihr städtisches Umfeld indem sie das Straßenmobiliar (Bänke, Laternen, Telefonzellen, Geländer) regelrecht einstricken! Vorab wird genau Maß genommen, dann zu Hause alleine oder in Gruppen gestrickt und in einer abschließenden Aktion das Ziel in einem mit dem Strickwerk eingepackt! Von der Idee ähnlich dem Guerilla Gardening, denn auch hier steht die Verschönerung des öffentlichen Raums durch Ausübung eigener Bedürfnisse im Fokus. So, Guerilla Knitting is awesome!!!
Wie ich drauf komme? Auf dem Weg zu Arbeit bin ich heute in Hannover an einem solchen Projekt vorbeigekommen! Herrlich! Hat mich wirklich gefreut diese Szene, die ich auch aus dem Pott kenne, hier anzutreffen! Weiter so!
Kurzer Hinweis noch: Morgen, 3.11. um 8.30 Uhr, Radio-Reportage zum Thema Guerilla Gardening im SWR2 (auch über Webradio hörbar)!

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SWR2 Wissen: Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel Oktober 25, 2011

Einsortiert unter: Ankündigung,Guerilla Gardening — gartenstadt2punkt0 @ 11:28 nachmittags
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Haa, da hab ich versprochen endlich Ruhe zu geben, und dann zaubere ich noch ein Ass aus dem Ärmel und dass es wirklich ein Ass ist, was ich euch hier präsentiere, dafür habe ich mich selber eingebracht:

Am 3. November um 8.30 Uhr wird bei SWR2-Wissen der Beitrag “Guerilla Gardening – Samenbomben im Asphaltdschungel” von Lutz Neitzert gesendet, für den ich auch interviewt wurde. Wer jetzt sagt “is zu früh, is zu spät, nich meine Wellenlänge, nich mein Sender, watt weiß ich”, dem sach ich ma, den gibt’s danach auch bestimmt online und den Link kriegste hier, waa!!! Jetzt aber erstmal die offiziellen Infos:

Donnerstag, 3. November, 8.30 Uhr
Guerilla Gardening
Samenbomben im Asphaltdschungel
Von Lutz Neitzert

Sie pflanzen nachts Kopfsalat auf Verkehrsinseln an oder säen heimlich Sonnenblumen am Bahnsteig: “Guerillagärtner” und “Gartenpiraten”. Bewaffnet mit Harken und Samenbomben machen sie sich auf, unsere Betonwüsten zum Blühen zu bringen. Aus den Flowerpower-Anfängen in den 70erJahren ist heute eine vielschichtige Bewegung geworden. Umweltaktivisten und Globalisierungsgegner setzen ebenso blühende Zeichen des Protests wie Straßenkünstler, die mit Moosgraffiti graue Häuserwände verzieren. Aber auch harmlose Gartenfreunde erobern sich ihren Raum: Auf versteckten Brachen zwischen Mietskasernen bauen sie eigene Kartoffeln und Tomaten an. Inmitten der Großstädte ist eine Subkultur entstanden, die augenzwinkernd Blumen sprechen lässt.

So, für weitere Infos schaut bitte beim WDR2-Wissen oder direkt bei Lutz Neitzert auf den Websites vorbei!

 

Reflexion, Auszeichnung und Abschied Oktober 8, 2011

Einsortiert unter: Uncategorized — gartenstadt2punkt0 @ 1:53 nachmittags

Etwas über ein Jahr ist es her, dass ich im Zuge meiner Diplomarbeit mit diesem Blog begonnen habe… Vielleicht ein guter Zeitpunkt um dieses Jahr zu reflektieren!

Zu Beginn hatte ich weder eine Ahnung vom Bloggen an sich, noch großartig vom Guerilla Gardening. Wobei ich sagen muss, dass mir das Gärtnern leichter fiel als das Bloggen, was wohl daran liegt, dass ich in einem Haus mit großem Garten aufgewachsen bin. Guerilla Gardening war zu dem Zeitpunkt als Thema noch nicht so im Fokus der Öffentlichkeit, und auch die Anhänger waren gar nicht so leicht zu finden. Zumindest hier im Ruhrgebiet. So kam es, dass ich bei den ersten Aktionen noch alleine unterwegs war, doch je mehr ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt habe, um so mehr Gärtner habe ich kennen gelernt. Vor allem aber habe ich es geschafft in dieser Zeit meine Freunde für das Thema zu sensibilisieren, sie dafür zu begeistern und mit zu meinen Digs zu nehmen. So bildete sich eine kleine Gruppe aus wechselnden Guerilla Gärtnern um mich. Allein diese Menschen mit meinem Hobby erreicht zu haben,  in ihnen etwas bewegt zu haben hat mich begeistert und fasziniert. Da ich nicht nur aktiver Gärtner, sondern auch Forscher war, habe ich in der Zeit die Bewegung und ihre Charaktere zunehmend durchdrungen und verstanden. Persönlicher Höhepunkt war neben meinem Aufenthalt in Berlin das Gespräch mit Richard Reynolds, der sich tapfer meinen Fragen stellte und so, zusammen mit meinen anderen Interviewpartnern, die Lücken in der Literatur und in meinem Kopf schloss. Meine Diplomarbeit wurde mehr und mehr zu einem Selbstläufer und ich konnte den inhaltlichen Arbeitsschritt bereits Anfang Februar abschließen. Am 22. März habe ich dann das Ergebnis eingereicht, mich aber nicht zur Ruhe gesetzt. Meine Begeisterung für die Guerilla-Gardening-Bewegung hat trotz sechsmonatiger intensiver Arbeit nicht abgenommen und auch diesen Blog, der ebenfalls als ein Ergebnis in mein Konzept eingeflossen ist, konnte ich nicht auslaufen lassen. Weiterhin ging ich als Wildgärtnern und schrieb darüber. Die abgeschlossene Diplomarbeit fand großen Anklang, so dass meine Prüfer ihre Veröffentlichung anstrebten. Diese ist bereits im Juli auch geschehen. Das Thema und alles was ich durch das Gärtnern erreicht hatte begann mich zu überholen. Neben der Veröffentlichung des Buchs “Mit Spaten, Pflanzen und Visionen – Guerilla Gardening als Nutzung von Brachflächen” arbeitete ich mit zwei Radiojournalisten und dem WDR Duisburg zusammen, um die Öffentlichkeit die Hintergründe des Guerilla Gardening zu zeigen. Auf dem n.a.t.u.r.-Festival in Bochum konnte ich zudem einen Vortrag über mein Thema halten. Erst in den letzten Wochen ist es deutlich ruhiger um das Thema geworden… Man merkt, dass der Herbst Einzug hält. Einen letzten Höhepunkt gab es aber doch noch. Mein Buch fand Berücksichtigung beim Forschungspreis der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V., die Verleihung erfolgte am 6. Oktober auf der expo real in München und die Arbeit belegte den 3. Platz in der Kategorie Diplom-/Masterarbeiten.

Das war wirklich ein spannendes und einschneidendes Jahr, welches mich persönlich umdenken ließ, gerade im Umgang, in der Benutzung des öffentlichen Raums und in der Art eine Stadt wahrzunehmen. Letztendlich befinde ich mich allerdings gerade jetzt in der spannendsten Phase dieses Jahrs, denn nach dem Diplom folgt (mit etwas Glück) ein Job, welchen ich am 1. Oktober bereits angetreten habe. Auch wenn ich privat dem Thema Guerilla Gardening sehr verbunden bleibe, ist mir dies beruflich nicht möglich. Schlimmer noch, ich musste als notwendiges Übel meine Gartenstadt, das Ruhrgebiet, verlassen. Wie es jetzt mit mir, dem Wildgärtnern und dem Bloggen weitergeht weiß ich noch nicht, aber auf den Winter folgt der Frühling und die Welt beginnt von neuem zu blühen und vielleicht helfe ich dann, ganz im Geheimen wieder ein bisschen nach!

Vielen Dank fürs Lesen, Unterstützen und Kommentieren – “Lob ist der geringste Lohn eines Guerilla-Gärtners” (Richard Reynolds)

 

Kirchgarten – Ein Guerilla-Gardening-Video-Beitrag August 16, 2011

Einsortiert unter: Ergebnis — gartenstadt2punkt0 @ 6:04 nachmittags
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Auf Schritt und Tritt mit den Guerilla-Gärtnern unterwegs: Samstag Abend, die Dämmerung bricht langsam herein, die Guerilla-Gärtner steigen in ihr Auto, die Straße ist noch nass vom letzten Regenschauer. Die Aktion ist spontan, es soll nur ein kleiner Dig sein, Ziel ist eine alt-bekannte Fläche. Die Pflanzsteine vor der Kirche St. Judas Thaddäus im Duisburger Süden wurden im letzten Jahr immer wieder aufgesucht. Das Ergebnis des Sunflower-Tags ist noch in voller Blüte zu sehen. Dennoch stehen zwei der Kübel leer, ein Umstand den die Gärtner an diesem Abend ändern wollen. (weiterlesen…)

 

 
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